Regisseure und Mitspieler willkommen!

Die Planungen für die nächste Spielzeit laufen bereits.
Wir freuen uns immer über neue Projektvorschläge und suchen stets Theaterbegeisterte für das Mitmachen auf und hinter der Bühne.
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Einige der letzten Produktionen


Georg Büchner "Leonce und Lena"
Lustspiel Amphitheater im Englischen Garten in München.


Wir bedanken uns bei 2000 Zuschauern!

Regie: Natalie Schwebel
Ausstattung: Gretl Kautzsch
Mit: Lucie Büchting, Philip Decker, Sabine Gerstetter, Benjamin Hauffe, Jan Hauffe, Artur Hiller, Markus Howest, Volker Hösel, Regine John, Sandra Jozipovic, Andrea Lidl, Roland Mühlbauer, Urte Müller, Jan Björn Potthast, Ismet Yigeti


Was bedeuten Müßiggang, Langeweile und sinnvolle Betätigung eigentlich in Zeiten von Harz IV? Etwas muss es in sich haben, Georg Büchners Lustspiel Leonce und Lena, dass es nun zum dritten Mal in dieser Saison in München aufgeführt wird. Der Königssohn Leonce weiß nichts mit sich anzufangen, bis ihm Valerio über den Weg stolpert, um von der Hochzeit weg nach Italien zu fliehen, nie dort anzukommen, aber die Liebe zu finden. Die Gruppe Tragaudion in der Regie von Natalie Schwebel wählt das Amphitheater im Englischen Garten, Freilicht bei Sommernacht – ganz so wie die Uraufführung des Stücks 1895 in München – denn kaum ein Stück scheint geeigneter für Mondschein, Natur und laue Abendluft. Und vielleicht entpuppt sich der politische Autor des Woyzecks unverhofft als ein ganz und gar komischer...

 

 

 

Edmond Rostand

CYRANO DE BERGERAC

Rezension: Münchner Merkur, 13.8.2004

Ein tragischer SpaßCyrano de Bergerac in der Kultfabrik

Drei Stunden atemlose Stille.

Drei Stunden Mitkämpfen, Aufbegehren, Mitleiden in der saunaheißen Halle der Kultfabrik. Oft schon hat man bei Cyrano de Bergerac diesen glühenden Mut, diesen aufrechten Charakter und die Verzweiflung über seine Entsstellung nachgefühlt. Doch diesmal war alles anders: Bei der Theatergruppe Tragaudion fühlte man nicht mit, man war mitten drin. Dabei gab es außer den üppigen Kostümen und der Maske so gut wie keine Hilfestellung für die grandiose Mantel- und Degenstimmung. Jan Björn Potthast inszenierte sein großes Aufgebot an Charakteren spartanisch, dafür raumgreifend, gestisch und mit wenigen, umso wirkungsvolleren Effekten. Die Worte brillierten durch die Halle, als seien sie ein hitziges Gefecht, als seien sie Liebesglühen pur. Was manchem bisher als mitunter spaßig garstige, meist schwülstige Reime erschien, wurde hier zum Leben pur. Cyrano, sich selbst verspottend mit seiner Riesennase, wird zum Sprachrohr des schönen, aber dümmlichen Christian (Philipp Decker) und gemeinsam erlangen sie die Gunst Roxannes. Das geistreiche, aber nur wenig befriedigende Schattendasein kompensiert Cyrano mit mörderischem Wagemut. Ein ambivalenter Held, der jeden Muskel fordert und doch immer wieder Poesie hervorbringt: Jan Hauffe. Ihm zur Seite standen wunderbare Freunde wie der verzweifelte Koch (Artur Hiller) und intrigante Feinde wie der blasierte Graf de Guiche (Ben Hauffe). Die Summe an Feinheiten, Blicken und Gesten machte aus der munteren Persiflage der Gesellschaft eine ebenso polarisierende wie packende Geschichte. Tragik und Spaß lagen so nah zusammen wie im Leben. Tragaudion eben.

Freia Oliv